Wort des Monats

„Einer trage des anderen Last“

 

Sehen Sie sich mal auf der Straße um. Fallen Ihnen Menschen auf, die, statt fröhlichen, aufrechten Ganges, gebeugt und bedrückt an Ihnen vorüber gehen? Kennen Sie dieses Gefühl auch? Dieses Gefühl, dass eine zentnerschwere Last auf Ihren Schultern liegt, die Sie niederdrücken will und Ihnen jegliche Lebensfreude raubt? Jesus erkannte diese Umstände schon vor 2000 Jahren und rief die Menschen dazu auf auch die Lasten des „Nächsten“ zu sehen. Die oben genannte Bibelstelle hat ja noch einen zweiten Teil. Im Galaterbrief Kapitel 6 Vers 2 heißt es: „Einer trage des anderen Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Das Gesetz, das Paulus hier in dem Brief an die Galater meint ist das Gesetz der Liebe. So heißt es im Matthäus Evangelium in Kapitel 22 auf die Frage der Pharisäer was denn das höchste Gebot sei: Jesus aber antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“  Wir sind also dazu aufgerufen, nicht ausschließlich auf uns selbst und unsere Probleme zu achten, sondern unsere Herzen nicht vor den Sorgen und Nöten unserer Mitmenschen zu verschließen. Barmherzigkeit und Liebe sind der rote Faden, der sich durch das gesamte Neue Testament zieht und das Leben Jesu charakterisiert. Aber, um beim Thema zu bleiben, was genau sind diese Lasten, und wohin damit? Die Lasten im Leben eines Menschen sehen sicher sehr unterschiedlich aus. Ob es sich um Krankheit, Arbeitslosigkeit, Schulden, Armut, Mobbing am Arbeitsplatz handelt, oder um verstecktere Lasten welche die Seele bedrücken wie Depressionen, Unvergebenheit, Eifersucht, Neid, mangelnde Angenommenheit, Angst usw. Die Liste der Lasten ließe sich sicher endlos so weiter führen und was für den Einen eine unerträgliche Last ist, ist für den Anderen nur halb so schlimm und umgekehrt. Die Empfindlichkeiten sind da sicher sehr unterschiedlich, und es gibt hier keine Rangfolge oder Schwere der Lasten.  Viele Menschen stehen morgens mit einer solchen Last auf und gehen abends damit wieder ins Bett. Diesen Menschen möchte Jesus helfen und ruft uns dazu auf die Lasten des Anderen mitzutragen. Aber wohin? Es kann doch nicht Gottes Wille sein, ein Netzwerk von  Lastenträgern zu bekommen, die bis an ihr Lebensende die Lasten nur umverteilen und weitertragen. A gibt 50% seiner Last an B. B hat aber auch Lasten und gibt davon 20% an C weiter, der wiederum 33% seiner Last wieder A aufbürdet usw. Die Bibel ist für mich eine Gebrauchsanweisung für mein Leben geworden und so hat sie auch für diesen Punkt ganz klare Aussagen. Die Antwort darauf finden wir im 1.Petrus Brief Kapitel 5 Vers 7. „Alle eure Sorgen werft auf IHN; denn er sorgt für euch.“ Gott möchte, dass wir unsere Sorgen und Nöte (Lasten) also alles, was unser Leben beschwert, zu IHM bringen. Am Kreuz können wir unsere Lasten ablegen im Vertrauen darauf, dass Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, uns die Freiheit von aller Bedrückung schenken will. Er hat die Fesseln gesprengt, die uns mit unseren Lasten verbinden. Wenn wir zum Kreuz kommen, unsere Sorgen und Probleme wirklich loslassen, und sie IHM geben, werden wir Freiheit erfahren.